Mit dem Fahrrad zur Arbeit – Ersparnis entspricht einem Neuwagen! – Teil 5 – Pendeln mit dem Fahrrad

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt tut etwas für seine Gesundheit, die Umwelt und auch für seine Mitmenschen. Soweit so klar. Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt kann aber auch viel Geld und Zeit sparen. Hier wird es erst wirklich intersannt für viele. Es lohnt also ein genauer Blick. Häufig kann man dazu nur vage Andeutungen lesen. Ich habe daher für die Berechnung ein Excel-Tool entwickelt. In dem Tool kann jeder individuell Zeit und Kosten für seine persönliche Situation vergleichen. Es kann auch der Eigenanteil von Reparaturen am Fahrrad eingerechnet werden.

60 Monate mit dem Fahrrad zur Arbeit: Ersparnis entspricht einem Neuwagen!

Bei mir war es der Umzug des Büros der das tägliche Pendeln mit dem Fahrrad ermöglicht bzw. zeitlich attraktiv gemacht hat. Von ehemals über 30 Kilometer hatte ich durch den Umzug nur noch eine Strecke von 16 Kilometern. Eine Bahnverbindung gibt es nun aber nicht mehr, sondern nur noch eine direkte Busverbindung.

Starten wir also am Tag Null. Ich könnte mit dem Bus fahren, mit Rad oder dem Auto. Ein ordentliches Pendlerrad (ich finde z.B. das BACKROAD RANDONNEUR* oder das TRIBAN RC520* sehr intersannt) müsste dann angeschafft werden und schlägt mit 1.000 € zu buche. Ein zusätzliches Auto müsste ebenso gekauft werden. Wir haben zwar ein Auto, aber dies braucht meine Frau u.a. für Arbeit, Einkauf, Kinder, etc… In der Berechnung bin ich von einem gebrauchten einfachen Kleinwagen für 5.000 € ausgegangen.

Alle Kosten und jeder Nutzen muss berücksichtigt werden

Zusätzlich kommen noch Wartungskosten bei Fahrrad und Auto hinzu. Beim Auto würde bzw. könnte ich fast nichts selber machen und müsste das Auto regelmäßig in die Werkstatt bringen. Beim Fahrrad kann und würde ich das meiste selber machen und mir die Teile im Internet (z.B. bei Rose*) bestellen. Bei über 5.000 km kommen hier einige Teile im Jahr zusammen. Einmal im Jahr würde dann ggf. der Profi meines Vertrauens zur Sicherheit eine Inspektion machen und etwas die Einstellung anpassen.

Beim Auto kommt dann noch die Versicherung und Steuer hinzu.

ÖPNV

Beim ÖPNV ist das einfach zu berechnen. Die Jahreskarte würde bei mir ca. 100 € (! – viel zu teuer, aber das ist ein anderes Thema) im Monat kosten.

Faktor Zeit: Der Bus steht leider auch immer wieder im Stau, daher dauert es meist etwas weniger als 1 Stunde bis ich im Büro bin. In den Ferien ohne Stau durchaus nur 40 min. An ganz schlechten Tag auch mal 1 Stunde und 15 Minuten.

Fahrrad

Im Normalfall brauche ich mit dem Fahrrad weniger als 40 Minuten ins Büro. Stau tangiert mich nicht. Hier haben Ampelschaltungen, körperliche/mentale Verfassung und Wetter (vor allem die Windrichtung) einen Einfluss. Die Extreme liegen bei 32 bis 48 Minuten.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit kann viel Geld und Zeit sparen!

Mit Anschaffung kostetet mich das Leben als Fahrradpendler im erste Jahr ca. 1.300 €. In drei Jahren sind es insgesamt ca. 1.900,00 € und nach 5 Jahren ca. 2.500,00 €.

Auto

Der Stau ist hier ein Problem. Ohne Verkehr schafft man die Strecke locker in 25 min. Normal sind aber eher 40 bis 60 min. Im Schnitt sind 40 Minuten realistisch, Davon steht man eine ganze Zeit. Dies fühlt sich daher meist sogar noch länger an.

Im ersten Jahr schlägt das Auto schon mit über 6.300 € zu buche. Alleine 1.300 € sind die ganzen Betriebskosten. In drei Jahren sind es dann schon 9.100 € und nach 5 Jahren fast 12.000 €. Davon entfallen 7.000 € auf die Betriebskosten.

Auswertung Zeit: Fahrrad ist mindestens gefühlt das schnellste Verkehrsmittel

Das Auto ist an einigen Tagen sicherlich das schnellste Verkehrsmittel. Im Schnitt liegt der zeitliche Gewinn aber nur bei 2 Minuten im Vergleich zum Fahrrad. Gefühlt ist das Fahrrad meist schneller, weil man eben nicht im Stau steht, sondern am Stau vorbeifährt. Der ÖPNV ist normalerweise immer eine gute ¼ Stunde langsamer.

Auswertung Kosten: Nach fünf Jahren entspricht die Ersparnis einem Neuwagen

Das Fahrrad und der ÖPNV liegen im ersten Jahr noch gleich auf. Dies ist der Investition für das Fahrrad geschuldet. Schon nach drei Jahren ist das Radfahrern knapp 1.700 € günstiger und nach 5 Jahren sind es über 3.500 €.

Beim Vergleich Auto vs. Fahrrad sieht es viel deutlicher aus. Nach einem Jahr liegt Kostenvorteil des Fahrrad bei über 5.000 €. Nach drei Jahren sind es schon 7.200 € und nach 5 Jahren geht es mit 9.400 € stark auf die 10.000 € zu.

Für mich ist Radfahren neben den vielen anderen Vorteilen zeitlich zumindest ein gefühlter Gewinn. Aus wirtschaftlichen Gründen wäre es sehr ungünstig, wenn ich nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren würde. Mit der Ersparnis nach 5 Jahren kann ich so viel sinnvolle Dinge machen: Urlaub, Sondertilgung der Immobilie, Renovierung im Haus, ein neues Fahrrad*, usw.

Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt kann meist Geld und häufig auch Zeit sparen. Probiert es aus!

PS: Mit Ersparnis aus 5 Jahren könnte ich meiner Frau sogar einen Neuwagen kaufen 😉 . Zumindest wenn er mit D anfängt und mit ACIA aufhört 😉

Alle Leser des Blogs können das Tool kostenlos erhalten! Einfach oben abonnieren und eine kurze Mail kontakt@fahrrad-wetter.de mit dem Stichwort „Kosten“ senden.

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2 Gedanken zu “Mit dem Fahrrad zur Arbeit – Ersparnis entspricht einem Neuwagen! – Teil 5 – Pendeln mit dem Fahrrad

  1. Schön geschrieben.
    Du unterschlägst bei den Initialkosten aber noch die Fahrer- und Radausstattung. Die muss man ja auch mit reinrechnen. Bei mir waren das ca. 500€ für eine hochwertige Jacke, Hose, Gepäcktasche (in der der Laptop nicht nass wird) und in meinem Fall ein S-Pedelec tauglicher Helm. Auch so Sachen wie Merinounterwäsche und ggf. wasserdichte Socken kamen noch dazu. Allerdings halten diese Dinge auch schon seit fast 3 Jahren!

    Ride on, Martin

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